Der Kauenkorb

 

Die Kauenkörbe haben wir bei einer Besichtigung des stillgelegten Kohlebergwerks Lohberg bei Dinslaken im Ruhrpott entdeckt.

 

Zur Zeit der Kohlenförderung im Ruhrpott hatte jeder Arbeiter seinen eigenen Kauenkorb mit Schloss und Nummer. Wenn er zur Arbeit kam, liess er seinen Kauenkorb mit den Klamotten an einem Stahlseil von der hohen Decke hinunter und zog die Arbeitskleidung über. Dann verschwand er untertags.

 

Nach der harten Arbeit untertags wurden die Klamotten im Kauenkorb wieder hinaufgezogen. Dieser Teil des Garderobensystems heisst Schwarzkaue. In den riesigen Hallen mit hunderten von Kauenkörben ist es so dunkel wie im Kohleschacht. Danach ging es zum Waschen in die Weisskaue, dort waren auch die privaten Kleider in einem Spind aufgehoben.

 

Der Blick in die riesige dunkle Halle mit hunderten oder tausenden von Kauenkörben war faszinierend. Kurz vor Abriss der Halle ist es uns gelungen, einen Teil des Garderobensystems abzubauen und mit allen über hundertjährigen Teilen nach Basel zu bringen.